00:00:03:
00:00:12: Es ist ein Dienstagvormittag im Oktober und es könnte mir nicht besser gehen, denn ich bin bei einem netten Menschen.
00:00:17: Und habe eine frische Tasse handgefilterte Kaffee bekommen.
00:00:21: Der nette Mensch ist Jeff Hammer sitzt mir gegenüber.
00:00:24: Hallo!
00:00:24: Du
00:00:25: bist ganz viel und warst schon ganz viel primär aber bekannt als Comiczeichner.
00:00:29: Die Kunst war eigentlich schon immer... In deinem Leben drin, du kommst aus Luxemburg und ich las.
00:00:34: Du kommst von einer künstlerisch interessierten Familie mit Mama und Oma die auch viel ... Ich weiß gar nicht, den Pinsel selbst geschwungen haben oder in anderen Bereichen unterwegs waren?
00:00:44: Teils-Teils!
00:00:45: Also meine Oma hat auch mal gemalt.
00:00:48: Meine Mutter hat sehr viel gezeichnet und auch so teilweise dann mal mit Pastellkreide Und beide haben aber auch sehr viel genäht und dann auch teilweise sich die Kleidungsstücke selber ein bisschen entworfen Schnittmuster abgewandelt oder meine Mutter hat auch gerne mal selber dann welche sich ausgedacht und zusammengestellt.
00:01:08: Und da saß der kleine Jeff daneben und hat seine ersten Comics gezeichnet, was bedeutet das Lustige Taschenbuch dir?
00:01:15: Sehr viel!
00:01:16: Also ich habe halt super viel lustiges Taschenbuch immer gelesen und als Kind war es auch zeitweise so dass ich dachte ja das wäre eigentlich so ganz cool später einmal für das lustige Taschennbuch zu zeichnen.
00:01:27: Ich dachte immer, das ist aus Amerika und USA.
00:01:31: Das sind alles italienische Namen und es gibt wohl ein Studio in Italien, was auch viel zeichnet für die lustigen Taschenbücher in Europa.
00:01:39: Das habe ich jetzt nie gemacht aber gerade habe ich an einem Projekt gearbeitet wo auch so ähnliche Anthropomor für Tierfiguren drin sind.
00:01:46: Was für ein schönes Wort!
00:01:48: Das sind Tiere mit menschlichen Körper.
00:01:51: Anthropomorph.
00:01:53: Was wärst du für ein Tier wenn Du dich selbst zeichnen würdest?
00:01:57: Boah, eine Katze oder ein Eichhörnchen wäre ich ganz gerne und mein... Ich habe einen Tier auf dem Briefkopf tatsächlich.
00:02:04: Das ist ne Schnecke!
00:02:05: Die Schnecke die langsam vorangeht.
00:02:06: das passt ja eigentlich auch zu deiner künstlerischen Laufbahn denn es ist ein bisschen in Stocken geraten wo als junger Mensch schon klar war okay?
00:02:14: Ich zeichne Comics, ist dann die Pubertät dazwischen gekommen und dann hast du erst mal was anderes gemacht.
00:02:19: Hast studiert bis zum Studieren nach Schottland gegangen.
00:02:22: Hast Geschichte-und Englisch studiert.
00:02:25: Und war es dann erstmal Lehrer wieder in Luxemburg?
00:02:28: Und hast gemerkt irgendwie ist das nicht?
00:02:31: Ja genau also es war irgendwie so einerseits dass sehr... Also es war einfach ein Interesse an Kunst allgemein was mir mitgegeben wurde in der Familie aber es war auch In der Familie und um mich herum, auch im sonstigen Umfeld immer so ein Ding von Ja ja das ist ganz toll.
00:02:46: Und auch wichtig aber damit verdient man nicht sein Leben Man muss dann was richtiges machen sozusagen.
00:02:52: Das habe ich irgendwie erst mal auch ein bisschen unhinterfragt verinnerlicht.
00:02:55: Und dann ja in der Pubertät war ich irgendwie mehr Richtung Musik weil ich auch nicht so richtig Komikskante, die dann mit mir mitgewachsen wären.
00:03:03: Also irgendwie ernstere Themen oder so.
00:03:05: Es gab halt schon natürlich auch Unterhaltungskomiks, die eher für Erwachsene waren und ältere Jugendliche mit irgendwelchen spannenden Geschichten mit mehr Gewalt drin oder was auch immer.
00:03:15: Superhelden-Comics haben mich nie interessiert.
00:03:18: Und dann bin ich mehr so Richtung Musik gekommen zwar auch weiter gezeichnet Aber eigentlich dann immer anlassbezogen.
00:03:24: also wir brauchen mal ein Flyer oder wir brauchen Artwork für irgendwas.
00:03:27: Dann habe ich das halt gezeichnt.
00:03:29: Und in der Zeit war ich auch tatsächlich auf so einem Dampfer, dass ich dachte ja... ...ich will auch gar nicht eine Kunstwelt die vielleicht irgendwie habe ich mir damals sehr kommerzialisiert vorgestellt.
00:03:40: Das sage ich so nie das ist überhaupt nicht mein Ding!
00:03:42: Ich will das als Hobby machen.
00:03:43: und es war bei der Musik das gleiche, dass sich irgendwie dachte bestimmte Zwänge die dann kommen wenn du damit deine Existenz irgendwie bestreiten musst.
00:03:51: Die möchte ich da komplett raushalten.
00:03:53: Also das Geld war nicht der Antrieb, Sicherheit merke ich schon spielt jetzt auch nicht so eine krasse Rolle in deinem Leben.
00:03:59: Es war eher sowas... Ich möchte das hobbymäßig machen und mach was Vernünftiges nebenbei aber sonst würden wir hier nicht sitzen.
00:04:05: irgendwann war es klar dass vernünftige reicht nicht aus!
00:04:08: Ich möchte Kunst machen und so hast du geguckt wo kannst du's nochmal studieren?
00:04:11: Und bist hier an der Hochschule für Künste in Bremen gelandet.
00:04:15: Was hat das mit dir gemacht?
00:04:17: Das war ein sehr Weg dahin einer, der nicht so ganz leicht für sich von Stand gegangen ist.
00:04:24: Also ich bin... ...von der Uni in Schottland zurückgekommen mit einer schon laufenden Depression und die ist stärker geworden.
00:04:33: Und ich bin auch in diesen Lehrerberuf ein bisschen reingerutscht dadurch dass ich keinen richtigen Plan hatte was ich eigentlich machen möchte In der Zeit an der Schule einfach gemerkt zu das ich immer so ein bisschen neidisch auf die KollegInnen aus der Kunst geguckt habe.
00:04:48: Einerseits, was so den pädagogischen Kontakt mit den SchülerInnen anging.
00:04:52: Weil der war sehr viel mehr auf Augenhöhe, sehr viel sozialer – ich hab Englisch unterrichtet halt!
00:04:57: Dann war irgendwann klar in dem Lehrerberuf fühle ich mich nicht wohl und die Depression ist halt dann schlimmer geworden.
00:05:03: Ich habe verstärkt angefangen wieder mehr zu zeichnen und dachte ja das hätte ich eigentlich immer ganz gerne gemacht und es war aber immer so dieses ne, nee das ist keine gute Basis für ein Berufsleben.
00:05:13: Und da habe ich gedacht naja... Ich kann also warum nicht das probieren und dann sehe ich, ob es funktioniert oder eben nicht.
00:05:20: Und dann bist du zum Studium nach Bremen gekommen, hast gemerkt okay krass das funktioniert.
00:05:24: Jetzt hast du deinen Weg gefunden sonst würden wir nicht in deinem Atelier hier in der Bremer Neustadt sitzen.
00:05:29: und im Jahr zwei Tausend zwanzig ich mache mich selbstständig und das mitten in Corona.
00:05:32: lustige Idee wie bist denn darauf gekommen?
00:05:35: Das hat sich so ein bisschen so ergeben weil also ich war vorhin eine Jugendhelfer.
00:05:39: und das Projekt bei dem ich zuletzt gearbeitet habe sie werden ja immer wieder neue Verträge die verlängert werden oder eben manchmal eben leider auch nicht für die Projekte selber.
00:05:48: Und bei uns war das so, dass das Haus geschlossen werden sollte und ich dann wusste okay.
00:05:51: Ich bin dann arbeitslos, muss was Neues finden und ich habe genau in der Zeit einen Freund von uns rausgefunden, der wollte sich als Schreiner selbstständig machen und war dann in einem Programmenstart und Existenzgründungsprogramm.
00:06:05: Von der Wirtschaftsförderung?
00:06:06: Genau!
00:06:07: Dann saß ich da im Businessplan und hab geschrieben ja... Aufträge und freie Arbeiten machen beim Zeichnen.
00:06:14: Und ich will aber auch so dreißig Prozent ungefähr in meiner Zeit, würde ich ganz gerne mit Workshops verbringen.
00:06:21: Und dann war es März.
00:06:22: oder was war das?
00:06:23: März zwanzig zwanzi, glaube ich... ...und dann war halt Lockdown so!
00:06:28: Geiler Businessplan!
00:06:30: Aber für mich cool.
00:06:31: in der Zeit war das sehr viel digital stattfinden konnte und ich dann halt Workshobs in anderen Gegebenheiten geben konnte, aber trotzdem das machen konnte doch irgendwie geklappt hat.
00:06:43: Es hat geklappt, wir haben im Jahr zum Jahr zwei tausend sechsundzwanzig.
00:06:45: Du bist immer noch in deinem Business ohne Förderung und kriegst das hin hast viel gemacht.
00:06:50: Und jetzt würde ich gern besitzen ja hier noch nicht in deinm Atelier sondern von deiner Kollegen mit denen du dir die Räume teilst an einer ehemaligen Fleischerei wunderschöne Räumel.
00:07:00: aber lass uns mal in deinen wie du es mir beschrieben heißt Chaos gehen okay?
00:07:06: Einmal durch den Flur Kleiner Raum.
00:07:16: Das waren zwölf Quadratmeter, oder?
00:07:17: Ja,
00:07:18: zwölfe oder vielleicht... Ne, fünfzehn sind's glaube ich nicht.
00:07:21: Ich glaub es sind eher so zwölff ja.
00:07:22: Mitten in der Mitte ein Schreibtisch und an den Wänden Und da können wir eigentlich direkt loslegen Deine Kunst, deine Werke, deine Comics.
00:07:30: Wie wichtig ist das dass du siehst was du schon geschaffen hast?
00:07:35: Ah, das ist tatsächlich ein sehr guter Nebeneffekt davon.
00:07:38: Also ich hänge die eigentlich immer auf für die offenen Ateliers ursprünglich und dann lass ich sie aber einfach hängen, weil warum sollt ihr es hier runternehmen?
00:07:45: Ich bin nicht so... Es gibt ja auch Kollegen die arbeiten viel mit.
00:07:49: Ich hänge meinen Prozess an die Wand und gucke da drauf und die brauchen die Wand als Mutboard oder sowas zum Beispiel Und ich arbeite gar nicht so.
00:07:56: das heißt für mich ist das ganz praktisch sich lasst das dranhängen und es hat eben auch dieses Weizeichen.
00:08:02: manchmal ein längerer Prozess ist dass ich einfach sehe Ja, hier passiert schon was!
00:08:07: Das motiviert dann schon auch.
00:08:09: Da wir nun Ton nur haben in diesem Podcast und nichts sehen können, magst du einmal beschreiben was für ein Typ Comic Zeichner Du bist?
00:08:18: Ja also ich mache nicht so... es gibt einen Genre das nennt man so Funnies.
00:08:23: Das sind eher so lustige Comics.
00:08:24: Das ist mir gar nicht gegeben mit dem Humor und allem.
00:08:29: Mache ich nicht!
00:08:30: Meine Sachen sind eher Ein bisschen Linie-Kleeres drin, also dieses Tim und Struppi-Stil von klare Linien.
00:08:36: Nicht so sechs Linien nebeneinander, ein bisschen skitzenhaft gibt es ja auch als Stil.
00:08:41: Und was ich inhaltlich mache ist oft irgendwie mit einem Bezug zu bestimmten politischen gesellschaftlichen oder sonst viel gearteten Themen.
00:08:49: Es geht meistens darum, irgendwelche Inhalte zu kommunizieren.
00:08:54: Immer merkt dein Geschichtsstudium auch an den Projekten in denen du in den vergangenen Jahren gearbeitet hast?
00:08:58: Es gibt viel um Menschenrechte, um Geschichtsaufarbeitung und was ist schief gelaufen in der Geschichte?
00:09:03: Brech mal ganz doll runter!
00:09:05: Also deinen ganzen Lebensweg und dein ganze Studium über das wir schon gesprochen haben war eigentlich alles genau richtig damit du jetzt da landest wo du bist?
00:09:13: Ja, schon.
00:09:14: Also ich habe das damals so unterwegs.
00:09:16: Habe ich oft gedacht bei euch habt ihr gebrochenen Lebenslauf irgendwie?
00:09:20: Dann bin ich Lehrkraft dann hab ich Geschichte studiert dann mache jetzt irgendwie ein Studium an der HFK und jetzt arbeite ich in der Jugendhilfe.
00:09:27: Und wie kommt das alles zusammen?
00:09:29: und im Endeffekt ist es aber tatsächlich so dass sie sich Ich mache was mit meinem Geschichtsstudium, ich arbeite super gerne mit Menschen und da sind dann diese ganzen pädagogischen Zwischenstopps irgendwie super praktisch für meine Erfahrungen gewesen.
00:09:42: Und haben mir da auch einfach gezeigt was funktioniert für mich und was nicht.
00:09:46: also Schulkontext war halt nicht so meins und direkt eins zu eins mit einem ganz anderen Bezug in der Jugendhilfe Einrichtung zu arbeiten das war halt eher so mein Ding oder in Workshops auch genau und das zeichnen halt dann so als dass was sich dann nutze um quasi zu kommunizieren oder eben mit anderen das zu entdecken, wie das ist.
00:10:04: Das Zeichnen!
00:10:05: Ich such grad nach deinen Projekten, weil du hast schon so wahnsinnig viele Schöne gemacht.
00:10:08: Du hast zum Beispiel einmal den deutschen Anarchisten Gustav Landauer betrachtet und geguckt was er gemacht hat?
00:10:14: Du hast auch ein Projekt gemacht die Lübecker Märtyrer wo viel Geistlicher aus Lüberg die hingerichtet wurden nachher deren Geschichte aufgearbeitet und gezeigt.
00:10:22: was ist in der Zeit eigentlich schief gelaufen?
00:10:24: warum also alles schon harte und wirklich auch bewegende geschichtliche Themen?
00:10:29: Warum glaubst du lässt sich Geschichte im Comic besser und vielleicht sogar auch leichter erklären?
00:10:36: Ich glaube durch die Bilder, also durch dieses Zusammenspiel von Text und Bild.
00:10:42: Weil du halt nochmal sehr viel leichter als in einem Film zum Beispiel auch die Bildebene komplett entkoppeln kannst von der Textebene Da Sachen zeigen, kannst du die noch mal eine ganz andere Ebene aufmachen mit dem Text zusammen.
00:10:57: Das ist so das Eine wie man die Kombi nutzen kann und das Andere auch eine Sache von Zugänglichkeit.
00:11:02: Also Comics sind glaube ich für manche Menschen einladender als jetzt ein dickes Sachbuch von Götz Ali oder was auch immer.
00:11:09: Und lassen sich leichter lesen.
00:11:12: Ich glaub wir sind in einer sehr bildzentrierten Medienlandschaft heute unterwegs nicht.
00:11:19: Ich glaube Comic ist da so ein komisches Ding in der Mitte, weil es halt viel auch auf Papier noch stattfindet.
00:11:25: Das ist aber auch Webcomics und das ist jetzt nichts was sich bewegt.
00:11:28: Es ist nicht so schnell wie diese ganzen hart durchgetakteten kurzen Videos wo irgendwas ganz schnell und mein Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit... ...es zieht dich da so ein bisschen raus und gleichzeitig reizt einen und lädt einen ein auf eine ähnliche Art wie die Bildwelten alle funktionieren.
00:11:43: Du hast die Text- und Bildebene angesprochen.
00:11:46: Ich sehe natürlich die klassischen Bubbles, also wo die Worte drin sind... ...und die Frage, die man sich glaube ich immer stellt was ist zuerst da?
00:11:53: Das Bild oder der Text?
00:11:55: Natürlich die Idee vorne weg.
00:11:56: wie arbeitest du?
00:11:58: Also bei mir ist es so dass ich super viel erstmal im Kopf unterwegs bin.
00:12:02: Also ich bin sehr spät auf der Seite.
00:12:03: Bei mir geht's los das ich überlege okay was jetzt in dem Fall das Thema was mich interessiert oder was auch der Auftrag ist an dem ich vielleicht arbeite dann reinarbeiten nochmal, also auch bei Sachen die ich theoretisch weiß checke ich das noch mal.
00:12:18: Also ich mache viele Recherche auch Bildrecherche einerseits aber auch textliche Recherchen und dann entwickelt sich so ein bisschen dieses okay was ist relevant für das was ich erzählen will?
00:12:30: Was muss da drin sein?
00:12:31: wie viel Platz habe ich?
00:12:32: Ist das irgendwie eine Anfrage?
00:12:34: macht uns ne Postkarte oder ein seitiges Comic oder hab' ich da fünf Seiten oder zehn?
00:12:39: Wie viel Raum habe ich da?
00:12:40: Und dann kann ich daran so ein bisschen entscheiden, wie der Rhythmus auch sein kann oder sein muss.
00:12:45: Auf so einem kurzen Comic kannst du nicht krass tiefe Charaktere einfüllen.
00:12:49: lange weil du hast nur eine Seite Zeit.
00:12:51: Wie funktioniert das?
00:12:53: und dann hab' ich so einen Bild von okay stelle ich mir das irgendwie bildlich vor vom Ablauf die Szene zum Beispiel und auch so eine Idee von was muss textlich irgendwie drin sein?
00:13:04: an Keywords an Ideen oder Gefühlen, die irgendwie ausgesprochen sind.
00:13:09: Und dann gehe ich quasi... Meistens ist es tatsächlich so, dass ich einen Raster habe.
00:13:14: Ich arbeite viel auf dem iPad inzwischen.
00:13:16: Ein Procreate und hab dann sagen wir jetzt ein einseitiges Comic was ich machen soll.
00:13:21: Dann habe ich da so'n Raster drin mit drei oder vier Zeilen und dann fange ich an darin zu Texten und Entsprechblasen.
00:13:27: Also erst der Text?
00:13:28: Genau!
00:13:28: Ich verteile den so auf der Seite, dann sehe ich auch schon wieviel Platz nimmt.
00:13:31: der Text.
00:13:32: muss sich da etwas kürzen schaffe ich da alles wirklich rein?
00:13:35: Und ich habe dazu parallel auch schon eine bildliche Idee, aber die folgt erst im nächsten Schritt.
00:13:40: Weil die hab' ich eigentlich schon so im Kopf sag' ich mal und was ich in dem Moment gucken muss ist viel fällt sich das mit dem Text.
00:13:45: Geht das auf von der Länge?
00:13:47: Ist es flüssig weil du musst halt viel raffen und kürzen bei einem Comic?
00:13:52: Weil du willst ja nicht dass die ganze Seite einfach nur als Text besteht.
00:13:56: Das heißt es immer so ein Ding von... Dass die Dialoge so sind oder die Texte je nachdem, dass da drin ist was drinnen sein soll nicht zu lang ist, also du brauchst eine eher Formulierung die so ein bisschen zur Sache geht.
00:14:10: Und gleichzeitig wenn das aber ein Dialog ist zwischen Figuren muss ich das ja schon auch noch natürlich anfühlen.
00:14:14: Du willst ja nicht dass sie sich irgendwie so Stichwort hin und her schieben oder einen Vortrag erzählen?
00:14:19: Das ist dann so... Die Sachen kommen dann zusammen.
00:14:21: Muss ich dann gucken auf der Seite funktioniert das?
00:14:24: Meine Freundin guckt oft drauf, wenn ich das erste Storyboard hab nochmal weil die dann in der Regel schon ein bisschen weiß woran ich arbeite wie es genau ist.
00:14:32: Also noch nicht so viel Kontext, dass ich schon zuviel weiß und dann kann die... Das ist immer ein guter Test weil manchmal kennst du das dann so gut?
00:14:40: Dass du dich anstrengen kannst um so die Distanz zu haben aber dich finde ich auch nicht immer so hundert Prozent darauf verlassen kannst, dass dir Sachen nicht auffallen die für andere vielleicht gar nicht so klar sind und genau.
00:14:52: Okay
00:14:52: erst der Text aber nur aus dem Grund um zu gucken wie viel Platz fürs Bild ist.
00:14:56: oder könnte auch das Bild später wieder Text verdrängen weil es mehr Raum braucht.
00:15:01: Das passiert auch mal, dass ich dann merke okay braucht mehr Raum oder das streiche ich auch wieder.
00:15:07: Das findet sich dann so im...das ist dann ab da so ein Prozess von ok ich gucke dann auch im nächsten Schritt.
00:15:11: natürlich passt das von den Bildern.
00:15:13: Da habe ich ein relativ gutes Grundgefühl inzwischen.
00:15:16: aber manchmal ist es dann doch so.
00:15:17: Ich denke wow das sind jetzt alles super klein und das irgendwie zu engen.
00:15:20: die Penel sind dann sehr klein und aufeinander getaktet will ich mir Luft haben und dann muss ich gucken wie das zusammengeht.
00:15:27: Haben in Gedanken deine Figuren stimmen?
00:15:31: Also klingen die unterschiedlich?
00:15:34: Nein, also bewusst mache ich das nicht.
00:15:37: Ich frage mich das gerade ob das so ist.
00:15:41: Ich habe zum Beispiel, ich lese ja viel auch meinen Nichten vor und auch Comics weil sie gerade in einer Agen-Comic-Phase sind und da musst du ja auch ein bisschen variieren.
00:15:49: Klar durch das Bild wie die aussehen welche Charakterzüge Sie im Gesicht haben gibt ich denen natürlich eine Stimme.
00:15:56: aber ist das beim Produzenten bei dir schon mitgedacht?
00:15:59: Mir ein also wenn ich vorlese ist das auch tatsächlich so und dass sich da auch Bock drauf habt, es so extra dazu machen.
00:16:06: Aber mir fällt gerade aufs glaub Ich höre die comics glaube nicht wenn ich dem Kopf habe ich hab die eher wirklich schon so dass ich die lese Und nur wenn ich mich jetzt mit einer Figur sehr viel beschäftige, dann ist die Niederhinsicht.
00:16:18: Dann bewegt sie sich auch mehr oder hat halt so eine gewisse Körperhaltung oder solche Sachen und dann ist glaube ich ne Stimme auch mit drin.
00:16:25: aber es ist glaube nicht so dass ich das immer standardmäßig so direkt habe, dass ich dann auf der Storyboard gucke, dann höre der oder die Person spricht jetzt so und so...
00:16:37: Aber verändern sich deine Figuren im Laufe des Prozesses?
00:16:41: Ja!
00:16:42: Sie schälen sich auch so ein bisschen mehr heraus.
00:16:44: Also vor allem wenn das so Figuren sind, die ich einmal nur für einen Projekt brauche, dann ist am Anfang erstmal okay wie sieht sie grundsätzlich aus und dann schmeißt da mal eine Idee hin... Und dann wenn ich die aber zeichne, die taucht ja in mehreren Panels auf und da muss sie wieder erkennbar werden.
00:17:01: Dann kommt auch so dieser Charakter rein.
00:17:03: Also ich habe schon eine Idee von... Die ist jetzt irgendwie sehr selbstbewusst im Auftreten der Körperhaltung oder ein bisschen so... Ich guck mal was passiert hier?
00:17:11: So Körpersprache Aber auch die Mimik im Gesicht und so.
00:17:15: das entwickelt sich dann schon während des Zeichnens.
00:17:18: Du hast ja gesagt, du arbeitest viele Aufträge.
00:17:20: Also jemand kommt zu dir viel für Ausstellungen auch.
00:17:23: also gerade warst du in Danzig unterwegs.
00:17:25: Anfang des Jahres können wir gleich noch darüber reden.
00:17:27: Wir haben über Lübeck gesprochen und so weiter.
00:17:30: Aber es gibt ja auch die Geschichten die wahrscheinlich in deinem Kopf sind.
00:17:33: Wo können die denn hin?
00:17:36: Wo können sie hin?
00:17:37: Machst du auch Dinge weil Sie raus müssen?
00:17:39: aus dir?
00:17:40: Ja aber nicht soviel Weil Das weiß ich gar nicht so genau.
00:17:46: Ich bin mir hilft das total wenn ich ein Thema habe.
00:17:50: Ich kann nicht so ins Blaue, also ich zeichne auch nicht viel einfach so irgendwie ohne zu wissen was jetzt passiert auf dem Blatt und ich hab Themen und so die auch in meinem Kopf drin sind und merke aber gleichzeitig dass sich in meinem Alltag immer mehr mit den Aufträgen, mit den Workshops befasst sind und ich einfach schlechterin bin mir so Freiräume dafür zu blockieren.
00:18:11: im Kalender sag' ich mal ich kann dir nicht richtig genau sagen warum das so ist.
00:18:17: Ja, das ist die Art wie man arbeitet.
00:18:19: Ich spreche mit anderen Autoren und Autoren auch darüber, wie es ist, die Zusammenarbeit mit Verlagen diesen ganzen Prozess.
00:18:25: Wie kriege ich meinen Skript gepitscht?
00:18:27: Das ist ja dann eigentlich.
00:18:28: bei dir fällt das größtenteils weg weil du eben diese auftragsbasierte Arbeit für dich gewählt hast.
00:18:33: Ist das nur ein Vorteil?
00:18:35: Nö!
00:18:36: Es ist so wie's ist.
00:18:37: also ich habe gerade auch gedacht... sehr wenig bis gar nicht Aufträge, wo einfach jemand kommt und sagt so ich hatte jetzt gern Fuchs in einer Rubbe.
00:18:46: Und der geht jetzt an sie schwimmen und er sagt das und dass.
00:18:49: und da habe ich auch nicht wirklich Bock drauf ehrlich gesagt Sondern meine Arbeit besteht halt voll viel darin Dass Leute kommen und sagen so wir haben dieses Thema Das ist unser Zielgruppe und das ist das Format für das wir das brauchen.
00:19:02: Wir wissen nur wir wollen ein Comic haben und dann hab ich super viel freier Raum weil Ich mir halt alles aus der sich muss mir überlegen Wie ist das konzeptuell?
00:19:10: Was kann da rein, wie soll es aussehen und was passiert in diesen Erzählungen.
00:19:13: Das heißt ich kann das, was andere dann auch in ihren freien Arbeiten machen, kann nicht in diesen Auftragsarbeiten auch schon ganz viel machen.
00:19:21: Und ich glaube ein Ding ist auch so'n bisschen dass sich bei den Themen die mich selber beschäftigen immer bei so eher längeren Sachen bin.
00:19:31: einfach mehr Raum und Zeit vor allem braucht, bis ich da ein Stück weiter bin mit.
00:19:35: Raum-und-Zeit?
00:19:36: Wie viel kreativen Platz bietet dir einen Comic als Medium?
00:19:41: Superviel!
00:19:42: Also es fängt ja an von... Ich überlege überhaupt was ist die Situation in der ich erzähle, dann mache ich die Texte, ich überleg die Bilder, wie ist die Kolorierung?
00:19:53: bei mir ist das auch so dass ich stilistisch in einer gewissen Richtung unterwegs bin.
00:19:57: aber den Figurenstil, wo man immer sagt das ist der Jeff Hammer, der es gemacht hat glaube ich.
00:20:02: Sondern ich wechsle das immer so ein bisschen von Projekt zu Projekt auch und dadurch habe ich auf sehr viele Art und Weise Freiraume für mich auch dieses recherchieren können und ein Thema kennenlernen was ich vielleicht noch nicht so gut kenne oder mich dem nochmal von anderen Seite nähern kann.
00:20:17: Auch das empfinde ich als einen großen Freiraum und ein großes Glück für mich in meiner Arbeit dass sich das machen kann.
00:20:23: so und das heißt Ich hab glaub ich in jedem Schritt auf dem Weg habe ich diese Freiheit.
00:20:29: Die einzige Unfreiheit ist halt die Deadline und natürlich, wenn Feedback kommt von wegen einer... Das hätten wir noch da gerne anders oder können wir da was machen?
00:20:35: Dann natürlich kommt das auch mit rein und muss sich natürlich auch mit bedenken so.
00:20:39: aber trotzdem ist die Erfahrung auch allgemein nur sich.
00:20:43: mich sehr frei bewegen kann in dem, was ich mache.
00:20:45: Deadline
00:20:45: ist ein gutes Stichwort, als ich gerade reinkam und habe gesagt, oh Gott, hier ist false cars.
00:20:50: Denn du bist kurz vor der Deadline!
00:20:51: Ist das ein Push für dich?
00:20:53: Ich bin auch so eine Deadline-Arbeiterin, dann werde ich richtig gut und schnell und produktiv.
00:20:57: oder bist du so, jetzt gibt es nur noch Stress und Druck für mich und ich komme gar nicht voran?
00:21:01: Nee, das ist tatsächlich auch bei mir, dass sich dann richtig krass tunneln können und auch vergessen zu essen oder zu trinken Und eigentlich diese Phase auch sehr ... die ist stressig Und gleichzeitig ist sie aber auch schön, weil es so einen Fluss hat.
00:21:14: Es ist so ein gemischtes Glück, würde ich mal sagen.
00:21:17: Aber es ist trotzdem so, dass ich am Ende immer dann schon nochmal ... Dann kommt so ein Perfektionismus raus und will noch das da reinmachen und das.
00:21:24: Und irgendwie ist das... Und ich entscheide auch anders dann, weil ich sehr Entscheidungsgroße Schwierigkeiten habe teilweise.
00:21:30: Wenn ich zu viele Möglichkeiten habe, weil ich die dann alle spannend finde und in dieser Schlussphase ist dann irgendwann auch so der Punkt wo du nicht mehr sagen kannst.
00:21:38: So ich überleg jetzt nochmal so und versuch das noch mal so sondern nie.
00:21:41: es ist jetzt dann und dann kommt das intuitiv und viel flüssiger raus.
00:21:45: Lass uns mal an dein Schreibtisch gucken.
00:21:47: also ich sehe ein Durstlöscher Mit Wassermelonengeschmack und du hast gerade schon gesagt, du zeichnest inzwischen am meisten auf deinem Tablet.
00:21:56: Ich sehe aber auch noch Stifte.
00:21:58: Papier spielt es überhaupt noch eine Rolle?
00:22:00: Ja also ich zeichne wenig auf Papier nicht weil ich das nicht mag sondern was für die vor allem wenn's Auftragsarbeiten sind ist praktisch einfach digital weil ich anders editieren kann nach bearbeiten kann.
00:22:11: Ich schreibe meine To-do-Listen endlos auf Papiere.
00:22:14: Ich notiere Telefonate auf Papiers und Dudeln rum Und die Stifte liegen auch so ein bisschen rum von Workshops, wenn ich dann so halb auspacke und nicht ganz.
00:22:23: Bleibt das alles hier so liegen?
00:22:25: Genau!
00:22:26: Dann habe ich halt das iPad zum Zeichnen hauptsächlich, wenn Ich die Arbeit mache.
00:22:31: Wollen wir mal reingucken wie es ausschaut?
00:22:34: Eine App, die heißt Procreate.
00:22:35: Die nutzen inzwischen ganz viele weil sie ist ohne Abo.
00:22:38: Das ist praktisch und sie kann recht viel.
00:22:41: Ich hab da verschiedene Stiften auch ... die ich mir noch reinziehen kann.
00:22:46: Das war nämlich so das Ding, dass ich früher mal dachte auch man sieht das voll wenn es digital gemacht ist und das möchte ich nicht.
00:22:50: also... ...es ist nicht mein Ding.
00:22:53: Und dann habe ich irgendwann festgestellt nie, es gibt inzwischen auch Firmen, die machen... ...Brushes, also so Stiftwerkzeuge, die emitieren zum Beispiel ein Filzer der irgendwie abgegrabbelt ist oder so eine Feder, die immer wieder tropft oder so.
00:23:05: Das heißt du hast so ein bisschen mehr dieses analoge Feeling was du mit reinbringen kannst und seitdem bin ich sehr schnell in diesem digitalen Ding gelandet auch weil du So eine Folie draufziehen kannst du dir so ein bisschen grobkörnig.
00:23:17: Das heißt, du hast diesen Widerstand von Papier und rutscht nichts auf dem Glas rum weil das ist total schräg.
00:23:22: am Anfang hatte ich die nicht und dann bin ich immer.
00:23:24: morgens hatte ich irgendwie ne ganze Zeit wo ich mich neu dran gewöhnen musste dass meine Hand jetzt drutscht weil diese Oberfläche so glatt ist.
00:23:31: Und mit dieser Folie darauf ist es super.
00:23:34: aber da wirklich so ein Papierfeeling hat.
00:23:36: halt hier hab' ich dann wie in Photoshop auch nur so verschiedene Ebenen Wo ich die Linien, das Lineart, die Konturen drauf mache.
00:23:44: Ich kann andere Ebenen machen für die Farbe.
00:23:46: Und so kannst du auch ganz viel probieren einfach?
00:23:48: Wie wirkt was besser?
00:23:49: Also allein mit den Effekten wie sich das jetzt übereinanderzieht... Das ist jetzt die Farbgebung von der Skizze davor und die passt jetzt nicht überall.
00:23:56: aber manchmal ist da schon ein Effekt dabei, der dann eine Farblichkeit reinbringt, die schön finde.
00:24:01: Dass es dann so ein bisschen experimentieren wird, dass es wieder ermöglicht weil du halt nicht sechs Blätter machen musst sondern fummelt es halt rum ein bisschen mit den Effekten und da verschiebt sich die Farbregler oder so.
00:24:11: Und das ist dieses Projekt, wo ich vorhin meinte was so ein bisschen einen Ausflug ist in die lustigste Taschenbuchwelt mit der Tierfigur.
00:24:19: Das ist ein Löwe als König auf jeden Fall zu sehen?
00:24:22: Genau!
00:24:22: Es gibt in Luxemburg so'n Werk aus dem neunzehnten Jahrhundert.
00:24:27: Ist auch eine Fassung von... In Deutschland gibt's das Reinecke-Fuchs oder ein Französisches Trauma und Rinnach und ein Schriftstall in Luxemburg.
00:24:33: Michael Roddonsch hat im neunzen Jahrhundert als es Luxemburg als Staat noch nicht so lange gab und auch dieses mit der Sprache arbeiten.
00:24:40: Und so, noch ganz frisch war hat er quasi eine Satire geschrieben auf seine Gesellschaft aus der damaligen Zeit – mit Renat heißt das dann im luxemburgischen – und der hat jetzt zweihundertsten Geburtstag nächstes Jahr und deshalb kommt dieses E-Post nochmal neu raus und wir sind vierzehn Kolleginnen die dann quasi jeweils einen Kapitel daraus illustrieren.
00:25:00: Ihr habt das digitale ja totalen Vorteil.
00:25:02: Du kannst spielen, du kannst probieren und es geht schnell!
00:25:04: Du kannst es gut rüberschicken, mal gegenlesen.
00:25:07: Gleichzeitig wissen wir, dass digitale ist für viele künstlerische Berufe durchaus eine Bedrohungsstichwort KI.
00:25:12: wie sehr beschäftigt dich das?
00:25:14: Wie lange du deinen Job noch machen kannst?
00:25:16: oder siehst du ihn gar nicht bedroht?
00:25:17: Nie, das beschäftigt mich schon also ich glaube das wird sich auch viel ändern.
00:25:21: Ich weiß auch von Kollegen die eingeschränkter arbeiten oder manche tatsächlich leider auch aufgehört haben selbstständig zu arbeiten weil schon zu viel weggebrochen ist.
00:25:30: Also ich glaube, es wird vor allem schwer für Menschen die jetzt anfangen... ...weil viele so Anfangsjobs wegfallen wenn man die super leicht mit KI ersetzen kann also Porträte zeichnen zum Beispiel wäre sowas da weiß ich das machen teilweise viele auch mehr und der Bereich friert so ein bisschen weg.
00:25:47: Und ich habe auch ganz am Anfang als es überhaupt los ging jetzt mit Ich glaub dass war dann auch schon ChatGPT.
00:25:52: Vor einem zwei Jahren hab' ich auch gesehen ich weiß nicht mehr im Museum in Baden-Württemberg glaube ich dir an sich ... ein dreiseitiges Comic generiert, da hatten die Figuren sechs Hände.
00:26:04: Die waren auch nicht immer total gut wiedererkennbar.
00:26:06: und trotzdem war es auf einem Level wo ich dachte ja wenn dir das reicht von der Bildqualität... dann kannst du das nehmen und auslegen und die Leute dieses Lesen werden das verstehen und dann hast du deine Message transportiert und dann brauchst du mich halt nicht.
00:26:18: Vor allem wenn du musikspädagogische Leute hast die auch ein bisschen Bock haben damit dem Text so sich ein bisschen auszutoben.
00:26:25: Ich sehe auch, dass es budgetmäßig da für solche Institutionen auch ein Gewinn ist.
00:26:29: Weil's halt einfach sehr viel günstiger ist als sie wenn Sie das mit mir machen würden.
00:26:33: Aber ja also da bin ich gespannt wie sich das entwickelt.
00:26:37: Ich glaube solange es noch Sachen gibt zum einen Menschen die sagen nicht möchte, dass deine menschliche Hand dran war.
00:26:43: Dass das das eine und das andere so Schnittstellen diene KI jetzt noch nicht so gut machen kann.
00:26:49: also wenn du einfach schon weißt das ist mein text und die story dann kannst du relativ leicht hingehen sagen so ich brauche jetzt ein panel wo das ist dass das das.
00:26:56: Und dann hast du das ohne mich, wenn es aber darum geht okay ich habe hier eine message in zielgruppe.
00:27:02: auch das könntest du theoretisch machen aber sind einfach andere schritte.
00:27:05: es ist ein bisschen anstrengender gerade noch zu machen und dann hab ich halt auch ne erfahrung die ich mitbringen kann die die k i dann vielleicht nur nicht hat oder anders hat.
00:27:14: Ich wundere mich tatsächlich so ein bisschen, weil ich dachte das geht schneller und momentan merke ich selber noch nicht so viel.
00:27:20: Aber ja es ist auch beruflich spannend und auch gesellschaftlich wo das hin kommt.
00:27:24: Ja Riesenfeld werden wir noch viel darüber reden aber arbeitest du selber mit KI also um sozusagen die Entwicklung auch für dich zu nutzen oder ist das für dich ausgeschlossen?
00:27:34: Ich habe das am Anfang so ein bißchen ausprobiert was das macht.
00:27:37: gerade distanziere ich mich eher davon.
00:27:42: Ich finde es schwierig, weil einerseits denke ich okay alle nutzen das.
00:27:46: Es wird halt nicht weggehen und wir könnten auch alles anders machen.
00:27:51: aber wir machen uns jetzt so wie wir es tun und deshalb bleibt es auch und dann kann sich auch niemand von den Beschweren die ganze Zeit selber nutzen dass es da ist.
00:27:59: Aber es kommt immer so Gott gegeben rüber und es ist eigentlich Wir machen das!
00:28:05: Klar wird es uns auch auf die Hände drauf gespielt überall.
00:28:08: Aber wir sagen noch nicht überall, nein möchte ich nicht die Funktion schaltig aus und so weiter.
00:28:12: Und es hat Bereiche auch wo, wo ich denke da kann es praktisch sein wenn's irgendwie medizinischer Bereich oder um Sachen... Also es gibt sehr viele Anwendungen wo ich denken passt und gleichzeitig ist vor allem was so Bild angeht oder auch Text aber auch und Stimmen ist das Gleiche ne?
00:28:27: Das sind Grundstimmen genutzt werden, also überall, auch bei Musik ganz krass dass was daran vor allem Schlimmes ist dieses Da wird menschliche Arbeit genutzt zum Training, aber es wird niemand dafür bezahlt und danach bist du auch noch ersetzt.
00:28:41: Das finde ich richtig krass dass das einfach so durchläuft und ist da nicht krass mit Gesetzen gegengearbeitet wird.
00:28:48: Ich finde im politischen Diskurs jetzt kein großes Thema was uns beschäftigt in dem Maße wie andere Dinge die verhältnismäßig kleinere Probleme sind oder sehr groß gemacht werden aus dann weil es gerade passt.
00:28:59: Verglichen damit spielt es keine so eine große Rolle, finde ich.
00:29:02: Auch was macht das eigentlich mit einer Gesellschaft?
00:29:05: Für Jugendliche die jetzt aufwachsen ist das alles relativ früh da und die lernen dann miteinander einen Umgang.
00:29:10: aber ich merke einfach wir haben keine gute Medienbildung gesamtgesellschaftlich voll da drin.
00:29:18: Es gibt KI-Videos und was ist Fake, was ist Keins?
00:29:20: Und das ist heftig finde ich!
00:29:22: Das ist ein viel größeres Problem glaube ich.
00:29:24: weil also es eines mein Beruf was fällt davon weg?
00:29:26: und des anderes wo kommen wir gesellschaftlich hin und was bedeutet dass dann über meinen Beruf hinaus einfach für meine Existenz als Mensch oder auch Bürger in Staat.
00:29:37: Was kannst du Auftrag Geberinnen aber noch sagen?
00:29:40: was kann ein Jeff Hammer was eine KI nicht können?
00:29:46: Ja, auf hies.
00:29:48: Seele dem Produkt geben?
00:29:50: Ja, Seele und ja schon auch Erfahrungen und ich bin ansprechbar wir können anders zusammenarbeiten.
00:29:57: Es gibt trotzdem bei KI eben auch das Ding, ja die kann dir hunderttausend Sachen rausspucken und die sind vielleicht gar nicht so schlecht manchmal was dann rumkommt.
00:30:06: Aber die arbeitet mit dem was da ist und macht den Remix von dem was sie geklaut hat um zu trainieren.
00:30:12: Das heißt dieses dass sie eine wirklich neue Idee bringt ... unwahrscheinlicher kann eher bei mir passieren, ohne dass ich jetzt sage... ...ich bin super genial.
00:30:22: Aber letztens ich habe so ein Schreibpostcast von Marc-Uwe Kling, den ich auch gerne mal höre und da war es auch letztendlich irgendwie das er meinte,... ..."Es ist toll, dass die KI noch keine Pointe
00:30:32: machen.".
00:30:33: So richtig als Witz weil eben die dann entsteht wenn du wegkommst vom gegebenen und diesen kompletten Bruch teilweise ja manchmal machst und was komplett auf den Kopf stellst.
00:30:45: Und das ist sowas Menschen noch besser können momentan als eine KI.
00:30:50: Dann lass uns zum Schluss doch nochmal auf dein aktuelles oder eines deiner aktuellen Projekte schauen, weil es jetzt auch nach Bremen kommt.
00:30:56: du warst in Danzig in einer von Brems Partner-Stätten.
00:31:00: wir sind ja Voller Stolz City of Literature in Bremen, inzwischen.
00:31:05: In welchem Kontext hast du da mit den Danzigern zusammengearbeitet?
00:31:09: Das war vom Danziger Literaturhaus ein Projekt für Graphic Journalism.
00:31:14: also es ging um eine Workshop-Reihe die jeweils über einen Wochenende lief.
00:31:19: dann war ich einmal da und dann noch zwei Workshops wochenenden mit Kollegen einer aus Polen Dominika Robleska und zwei aus Erokreine Anja Ivanenko Und es ging darum, in einer Gruppe einen Zutritt zu geben.
00:31:34: Okay wie kann ich journalistisch arbeiten?
00:31:36: Wie kann ich Recherche machen und das in einem Comic verarbeiten?
00:31:40: Das war das Projekt!
00:31:41: Das lief über das Frühjahr so... Ich war im März dafür ein Wochenende für das Auftakt-Wochenende und am Ende wurden die Arbeiten... Wir waren total happy alle mit dem also auch die Teilnehmenden selber und wir und das Literaturhaus bei den Literaturhäusern und haben eine Ausstellung damit gemacht.
00:31:57: Und die kommt auch nach Bremen, die wird drei Tage auf dem Bremer Sienefestival gezeigt.
00:32:02: Da macht das Literaturhaus ein Teil vom Programm und dieses Programm ist dann zwei Workshops auch einmal mit Dominika und mit Volha, die auch in der Gruppe war, die mitgemacht hat.
00:32:13: Die bieten beide einen Workshop an und kann man diese Ergebnisse aus unserer Workshopreihe in Danzig sehen.
00:32:18: Die sind auf englisch und polnisch jeweils zu lesen Und es gibt eine Gesprächsrunde am Sonntag, bei der ich auch mit dabei bin.
00:32:25: Wo wir so ein bisschen gucken.
00:32:26: okay wie was haben wir da gemacht?
00:32:29: Wie blicken wir darauf zurück?
00:32:30: Was kann komik, was sind Grenzen oder Möglichkeiten?
00:32:34: wenn ich da irgendwie journalistisch arbeiten möchte und solche Fragen stehen im Raum dann.
00:32:38: Und das beim Sienefestival letztes Oktoberwochenende richtig?
00:32:42: Genau, XXIII bis XXV.
00:32:44: Wir
00:32:46: haben gelernt, zum einen man kann nicht beim Festival besuchen kommen bei den offenen Ateliers oder einer Lesung die du gibst.
00:32:51: So können wir dich in Bremen sehen.
00:32:53: aber Jeff Hammer zu mitnehmen geht primär in Postkarte?
00:32:58: Oder wo krieg ich deine Werke?
00:33:00: Ja hauptsächlich Postkarten.
00:33:02: die gibt es bei mir im Atelier am ehesten oder wenn ich halt irgendwo unterwegs bin habe ich auch welche mit.
00:33:07: Ich hab teilweise so kleine Hefte die ich selber verlegt habe die dann auch an den gleichen Orten gibt.
00:33:13: sie sind jetzt großen im Vertrieb.
00:33:15: Sonst gibt es im Erwandverlag eine Antologie, da sind neben mir noch weitere Kollegin drin und insgesamt sechzig einenseitige Comics, das heißt wie geht es dir?
00:33:25: Das finde ich nicht weil ich mitgemacht habe aber finde ich ein sehr schönes Projekt einfach so aus der Perspektive die es einnehmen will.
00:33:32: Weil da geht's darum Gespräche zu führen mit hauptsächlich Menschen aus Deutschland aber auch von anderswo in irgendeiner Form mit allem was am siebten Oktober zwanzig dreiundzwanzig passiert ist und alles was uns danach seitdem begleitet, die da direkt betroffen sind von oder auch vom Rassismus allgemein von Diskriminierung.
00:33:50: Also wir haben Interviews geführt und dann mit den Personen zusammen geguckt, wie können wir das in einem Comic darstellen?
00:33:55: Das was du erzählen möchtest.
00:33:57: Und da dieses Stimmen zusammenzubringen.
00:34:00: Das gibt es tatsächlich im Buchhandel.
00:34:02: Gibt's auch im Internet, kann man sich das auch anschauen.
00:34:04: Die meisten Auftragssachen sind eher so dann in dem Kontext wo für sie gemacht sind.
00:34:09: Die sind dann seltener dass die sehr weit öffentlich verbreitet sind.
00:34:14: Wer mal einen Zugang kriegen möchte, zu Comics und vielleicht auch mal versuchen möchte komplexe Inhalte ganz einfach auszudrücken.
00:34:21: Der kann zu Jeff Hammer kommen.
00:34:23: dann Workshops gibt es regelmäßig für kleine und große Menschen.
00:34:26: ich danke dir vielmals für deine Zeit.
00:34:27: Danke dir auch was ist schön Schreibgespräche!
00:34:31: Zu Gast bei Bremer AutorInnen.
00:34:33: Ein Podcast vom Literaturhaus Bremen.
00:34:36: Mehr Folgen gibt es auf literaturhaus-bremen.de.