Schreibgespräche - Zu Gast bei Bremer Autor*innen

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00:00:04: Schreibgespräche zu Gast

00:00:05: bei Bremer AutorInnen.

00:00:07: Ein Podcast des Bremer Literaturkontors mit Katharina Guleikow.

00:00:11: Und da sind wir heute zu Gast, ich würde sagen in einem begehbaren Bücherregal von Elke Marion Weiß.

00:00:17: moin Frau Weiß

00:00:19: Guten Morgen!

00:00:19: Ich freue mich sehr dass Sie da sind.

00:00:22: Ich bin sehr gerne hier.

00:00:23: Wir sind in ihrem Arbeitszimmer und es war ein bisschen dispektierlich zu sagen, das ist ein begehbares Bücherregal.

00:00:28: dann paar Quadratmeter mehr sind es.

00:00:30: aber die Bücher dominieren diesen Raum und sie sehen aus wie eine nicht nur sehr akribische Artoren sondern auch Leserin.

00:00:38: Es ist so ordentliche Bücherregal.

00:00:40: Gibt mir mal einen Tipp.

00:00:41: bei mir ist es immer so ein bisschen hauen und stechen.

00:00:43: jeder sucht ja so sein System nach was es bei ihnen sortiert.

00:00:47: Oh es kommen zwei Systemes zusammen.

00:00:51: logisch, dass ich wirklich dann bei Shakespeare anfange und bei Ian McEwen aufhöre.

00:00:58: Aber dann innerhalb der einzelnen Epochen doch alphabetisch.

00:01:02: also ein Mischmarsch.

00:01:04: Es gibt ja auch Leute die sortieren nach Farbe.

00:01:06: Kennen wir das für sie in Frage?

00:01:09: Nie und nimmer!

00:01:11: Also mein System ist vielleicht für andere schwierig aber Ich kann in der Nacht das finden was ich suche.

00:01:19: Und was is immer am greifbarsten

00:01:22: Was ist am greifbarsten?

00:01:24: Das ist schwierig.

00:01:25: Mal ist es etwas Englisches, ich liebe englische Autoren und dann in den letzten Jahren habe ich wirklich sehr viel die deutschen Autoren- und Autorinnen gelesen, die gerade auch im Vogue sind weil man wenn man selber schreibt ja wirklich gucken muss was machen die anderen?

00:01:44: Was ist gerade Trend?

00:01:46: Geht es darum?

00:01:48: Im Moment bin ich nicht auf einem Trend.

00:01:50: Ich habe alte Sachen rausgeholt, was sehr interessant war.

00:01:56: Ich bin durch Zufall wieder auf Leon de Winter gekommen und habe ein Buch im Moment in der Hand, das ich mal gelesen hab – Das Recht auf Rückkehr.

00:02:07: Und ich habe das offensichtlich total vergessen, was da drin war.

00:02:11: Ich schlage auf und es beginnt, zwanzig vierundzwanzig mit Grenzen Palästinas und Israels die mir völlig fremd sind und dann schaue ich ... Das Buch wurde zwei tausend acht geschrieben und es war also eine Dystopie.

00:02:30: Und wenn wir jetzt sechsundzwanzig sind und zurückblicken, ist alles wieder völlig anders gekommen.

00:02:37: Ach, hochgradig spannend!

00:02:38: Haben Sie ein extra Regal für Ihre eigenen Werke?

00:02:42: Die eigenen Werkes sind noch nicht so umfangreich – das sind jetzt neun Bücher.

00:02:47: Ich habe einen Regal mit Prämautoren und da hab ich mich dann eingegliedert.

00:02:53: Auch wieder nach Jahreszahl wahrscheinlich sortiert oder?

00:02:56: Nein, das nicht.

00:02:57: Da alphabetisch.

00:02:59: Wunderbar!

00:03:00: Sie haben es schon angesprochen sie lieben englischsprachige Literatur sind ja von Hause aus Literaturwissenschaftlerin haben sich ihr Berufsleben mit amerikanischer und englischer Literatur beschäftigt und dann irgendwann gesagt so jetzt muss ich mal selber schreiben.

00:03:13: aber Ich las über sie auch als junge Frau Haben sie eigentlich schon eine Affinität zum Schreiben verspürt Aber dann doch nicht ausgelebt

00:03:24: wurde.

00:03:24: Oh, zuerst strebte ich wirklich eine Universitätskarriere an und war ganz auf der Seite der wissenschaftlichen Begutachtung von Literatur.

00:03:35: Und habe nur so ab und zu mal eine kleine Geschichte skizziert oder ein Gedicht aber mehr war da nicht.

00:03:42: die Fantasie war auch noch nicht ausreichend muss sich sagen.

00:03:45: Die Fantasie ist, glaube ich der Schlüsselpunkt bei Ihnen.

00:03:48: Sie haben irgendwann also die universitäre Karriere vielleicht sich dem Ende angenähert hat gesagt auch manchmal was anderes haben Workshop belegt bei einem Kollegen und dann war auf einmal die Kreativität da.

00:04:00: wie wurde sie geweckt?

00:04:02: Das war ein Workshop wo... Flashwriting gemacht wurde.

00:04:06: Da stand dann ein Begriff an der Tafel und das war so, der Trigger umzusehen was kommt raus?

00:04:13: Und mit einem mal kam bei mir zu jedem Wort irgendetwas und später relativ früh sogar habe ich mich dann von diesen Triggern gelöst und auf einmal war die eigene Fantasie da Die Idee oh ja jetzt musst du dieses oder jenes schreiben

00:04:33: Das klingt ganz einfach.

00:04:35: Musste so sagen, sowas wie ein Stöpsel bei ihm gezogen werden?

00:04:41: Es hört sich so an!

00:04:43: Ja der Moment war ziemlich plötzlich gekommen.

00:04:46: das hat mich auch erstaunt und dann sprudelte es wirklich.

00:04:51: Es sind meistens irgendwelche ganz kleinen Begebenheiten wo dann die Idee kommt wo man denkt oh ja da könntest du was draus machen.

00:05:01: Und dann setzt sich dieser Prozess in Gang.

00:05:04: Es klingt, als würde es dauerhaft sprudeln.

00:05:06: wenn die Idee kommt Was machen Sie mit dir?

00:05:09: Nehmen sie einen Glas und packen es rein und machen schnell den Deckel drauf damit sie nicht abhaut.

00:05:13: Das ist ein sehr langer Prozess bei mir.

00:05:17: Also ich bin eine langsame Schreiberin.

00:05:19: In der Regel ist mir die erste Szene sehr bewusst.

00:05:24: Ich muss wissen wo es hingeht.

00:05:27: Wenn ich diese beiden Punkte habe gibt es viele Wege und Umwege.

00:05:33: Und ich bin auch nicht immer härter Handlung oder Frau der Handlung, sondern die Figuren entwickeln sich.

00:05:40: Dann geht auf einmal der eine Weg nicht mehr und ich muss den anderen einschlagen.

00:05:46: Das höre ich ganz häufig!

00:05:47: Ist das ein man spürtes oder steckt man dann so richtig fest und merkt, okay ich komme da gedanklich einfach nicht weiter?

00:05:54: Man spürte es.

00:05:56: Und diese Übernahme durch die Figuren ist auch gar nichts beängstigendes sondern ich gehe dann auf einmal einen anderen Weg und ich habe neulich ein Essay von Siri Hustwett gelesen und da brachte sie etwas zur Sprache was sich in anderer Form auch schon mal erlebt habe, sie schreibt über automatisches Schreiben.

00:06:23: und tatsächlich wenn ich beginne zu schreiben und ein gewisses Konzept habe kommt der Moment wo es wie in Trance geht.

00:06:33: Es klingt jetzt sehr seltsam aber das ist dann automatisches Schreiben dass ich manchmal hinterher mit einem zeitlichen Abstand nicht als mein eigenes wieder erkenne.

00:06:46: Gucken Sie dann da rein wissenschaftlich drauf?

00:06:48: Also bleibt dieser externe Blick, den sie...

00:06:50: Ja, bleibt immer.

00:06:53: Aber über dieses Thema hat Margaret Edward einen Roman geschrieben über dieses automatische Schreiben und den hatte ich gelesen bevor ich schrieb und dachte, hm, klingt sehr gespenstisch.

00:07:08: aber jetzt muss ich sagen es ist wirklich ein Phänomen was auftritt.

00:07:13: Ich finde es faszinierend, Ihnen zuzuhören wie Ihr Weg zum eigenen Schreiben war.

00:07:17: Sind Sie selbst von sich überrascht?

00:07:20: Ja aber irgendwo war die Zeit glaube ich reif.

00:07:25: Das Lehren an der Uni hat mir großen Spaß gemacht Aber irgendwann war eben dann doch dieses Gefühl entstanden.

00:07:32: Du musst es probieren Und von dem Moment an als ich begann selbst zu schreiben Auch in wissenschaftlichen Arbeiten, das ich ja seit langem noch Parallel gemacht habe, anders auf die Bücher geguckt.

00:07:48: Und wie?

00:07:49: Ich hatte jetzt einen Einblick in die Autorenseite.

00:07:53: Sonst hatte ich so Leser- und Wissenschaftliche Seite aber nicht den Produktionsprozess.

00:08:01: Sie schreiben sehr unterschiedlich.

00:08:02: Sie schreiben Gedichte, sie schreiben Romane, Krimis, Erzählungen und Kurzgeschichten.

00:08:06: Irgendwie gefühlt alles mit dabei.

00:08:08: Wann fällt die Entscheidung wenn diese Idee in ihren Kopf kommt?

00:08:12: Was es wird oder kommt diese Information mitgeliefert?

00:08:16: Ja da muss ich ein bisschen ausholen.

00:08:19: mein allererstes Buch war In meinen Augen ein Roman Das heißt Triangel Und es ging um eines ziemlich kalt-schnäuzige junge Frau, die reich werden wollte und alle Hürden beseitigt hat – also auch mit Gewalt.

00:08:38: Der Verlag bei dem ich damals war, die wollten ein Krimi machen und haben dann das Etikettkrimi drauf geklebt.

00:08:46: Von dem Moment an kam ich natürlich so... in diese Schiene.

00:08:51: Jetzt der neue Roman ist wirklich die erste, wo ich sagen kann es ist ein Roman über ein ernsthaftes Thema und von daher liegt er mir ganz besonders am Herzen.

00:09:02: Deswegen wollen wir gleich noch über Deine fremde Haut ganz intensiv sprechen, aber erstmal würde ich über die anderen Werke.

00:09:08: Weil Sie haben gesagt es ist ein Krimi geworden und Sie wollten das eigentlich gar nicht oder es hat das Etikett bekommen.

00:09:12: Sie haben auch mal gesagt sie wollten definitiv keine Krimiautoren werden!

00:09:16: Warum?

00:09:17: Wegen der bösen Regeln, die einen Krimimitzig

00:09:19: bringt?!

00:09:20: Oh, dieser Satz hat mir eine Freundin wirklich vorwurfsvoll vorgehalten.

00:09:27: Den hättest du nie sagen dürfen", sagte sie zu mir.

00:09:31: Von daher bin ich jetzt auch vorsichtig.

00:09:34: Ich habe dann durchaus gerne Krimis geschrieben aber ein Krimi ist natürlich als Variationsgattung ein Korsett in das Sie eingeklemmt sind und Sie haben nicht diese Freiheiten.

00:09:48: Irgendwo läuft es sich auch tot.

00:09:51: Ich stelle im Moment bei mir auch fest, im Fernsehen gucke ich gar keine Krimis mehr eine Flut von Krimi's auf die Menschen zukommt.

00:09:59: das ist eigentlich gar nicht mehr schön.

00:10:02: Ja, das verstehe ich.

00:10:03: Aber es hat sich bei mir so verfestigt, dass dieses Regelwerk, also dieses am Ende muss es eine Lösung geben und es muss Täter-Täterinnen geben und auch eine Opfer geben.

00:10:12: Also alles diese Zutaten die ein Krimi mit sich bringt, ich verkürze, dass sie das viel zu sehr eingeschränkt hat.

00:10:18: Sind Sie eine Rebellin Frau Weiß?

00:10:20: Oh nee!

00:10:22: Das würde ich nicht sagen... Ja aber bei der Gattung Krimis reist einem manchmal schon dieses Korsekts zu sprengen Und ich liebe Autoren, die das machen.

00:10:34: Also damals als sich Tri Angel schrieb war bei mir Patricia Heismith ganz hoch im Kurs weil bei ihr eben die Mörder davon kam und es ganze aus der Perspektive der Täter gezeigt wurde so dass da ja eine andere Identifizierung möglich war.

00:10:53: Ich habe mir die Orte angeschaut, wo ihre Krimis und Kriminalromane spielen.

00:10:58: Sie haben Triangel angesprochen.

00:10:59: das ist eher so da wo sie herkommen ursprünglich mal aus dem Süden des Landes.

00:11:03: ich finde es auch immer wieder lustig wenn man seit vierzig Jahren im Bremen ist und trotzdem immer noch die Ursprünge zitiert werden die ganze Zeit.

00:11:09: Ich würde sie ja als Bremerin inzwischen sehen aber wie sehen sich selber?

00:11:13: Inzwischen als Prämerin, ja.

00:11:16: Aber die Wurzeln sind eben da und es lässt sich nicht verleugnen – schon andere Sprache nicht.

00:11:23: Genau!

00:11:24: Und deswegen spielt auch immer mal wieder was dar, aber es spielt auch im Bürgerpark zum Beispiel Kopfluss in Park oder es gibt Nordseekrimi mit Wattlauf mit dem Tod oder ihr Ermittler darf auch mal an die Lüneburger Heide.

00:11:36: Wonach wählen Sie die Orte aus?

00:11:39: Also bei den letzten beiden, muss ich sagen war mein Verlieger mit am Mitwischen.

00:11:45: Er schreibt doch mal ein Krimi der in der Lüneburger Heide angesiedelt ist und bei Wattlauffahrers ging es einfach um eine Insel und ich hatte da gerade Urlaub gemacht und dachte naja das ist ne schöne Gelegenheit

00:12:02: also hat's gar keine tiefere Bedeutung, sondern es passt immer aus Grund von verschiedenen Umständen.

00:12:09: Da kommt manches zusammen.

00:12:11: ja das kann ganz zufällig sein oder aber wie bei mir im Süden der Fall ist da dann doch schon eine große Liebe zur Landschaft und zum Leben dem Lebensstil dort

00:12:22: dass man dann einfließen lassen kann.

00:12:24: Sie haben gesagt sie sind eine langsame Schreiberin.

00:12:26: seit fünfundzwanzig Jahren sind sie als schreibende primär unterwegs.

00:12:32: Wie lange sitzen Sie dann an einem Werk oder laufen da viele parallel?

00:12:35: Weil wenn man teilweise die Veröffentlichungsdaten sieht, überschneidet sich ja auch mal.

00:12:40: Die Gedichte zum Beispiel mit dem Krimi-Roman.

00:12:42: oder dann kam ERC-Bahn zwei neunzehn und zweizwanzig schon wieder der nächste.

00:12:47: Krimiarbeiten sie viel parallel?

00:12:49: Manchmal.

00:12:50: Also zu diesem Deine fremde Haut lief vieles Parallel, weil ich an diesem Buch lange gearbeitet habe.

00:12:58: Ich hab es immer wieder weggelegt, hab's dann überarbeitet und das sind dann zwischendurch die Krimis entstanden.

00:13:05: Weil Sie zwischndurch mal einen anderen Gedanken aufnehmen mussten?

00:13:09: Nee ... ursprünglichen Manuskript nicht zufrieden und habe immer wieder versucht, Änderungen einzufügen.

00:13:18: Eventuell sogar Handlungen auszuweiten dann wieder zurückzuschneiden usw.

00:13:24: Sie haben uns noch mal angesprochen.

00:13:25: ihr neuer Roman ist natürlich das neueste Baby da müssen wir unbedingt drüber sprechen.

00:13:29: und ein ganz besonderes Buch für sie aufgrund der Art aber ich glaube auch aufgrund ihrer Geschichte eine deutsch-französische Familiengeschichte mit welcher Bedeutung.

00:13:39: Mir ist ein Dokument in die Hand gefallen über das Ende des Zweiten Weltkrieges in meiner Heimat.

00:13:48: Und da habe ich wirklich erschütternde Dinge gelesen, von denen ich nichts wusste und das hat bei mir wirklich die ganze Geschichte ausgelöst.

00:13:58: es ging damals darum dass bei uns im Schwarzwald marokkanische Truppen eingefallen sind und die Frauen vergewaltigten.

00:14:07: Der zweite Punkt war, dass in meinem Heimatort ein Mädchen war, das eine wunderschöne braune Haut hatte und die Löckchen, die dunklen.

00:14:19: Und die war eben im Nebenhaus praktisch.

00:14:24: Dieses Bild von diesem Kind damals zusammen mit dieser Information hat bei mir im Grunde ja den Trigger geliefert und die Fantasie in Gang gesetzt.

00:14:35: Obwohl das völlig anders war, sie waren Besatzungskind hatte also gar nichts damit zu tun.

00:14:41: aber das waren die Auslöser.

00:14:44: Wenn so ein Auslöser da ist, Sie haben es vorhin schon mal gesagt, irgendwann fließt das bei Ihnen und dann kommen sie ins Schreiben.

00:14:49: Ich würde auf den Prozess vielleicht kümmeres exemplarisch an dem neuesten Roman einmal festmachen?

00:14:54: Die Idee ist da!

00:14:54: Sie haben schon gesagt, es hat sehr lang gedauert.

00:14:57: Wie gehen Sie denn vor?

00:14:58: Geht's erst in die Recherche?

00:15:00: Die Recherchen war sehr wichtig ja... Dann habe ich Figuren skizziert, dann habe ich Zeitabläufe skizziert.

00:15:09: Ich habe etliche Pläne gemacht anhand derer, wie ich die Handlungen entwickelt habe.

00:15:16: Wie füllen sich Zwischenräume?

00:15:19: Der Schreibprozess kam relativ schnell und zügig in Gang.

00:15:24: Allerdings waren wieder Phasen, dass ich irgendwo ... festgehangen bin und nicht weiterkam.

00:15:33: Und dann musste ich gucken, wie überbrücke ich das?

00:15:37: Ist es ein zäher- und auch schmerzhafter Prozess für Sie?

00:15:41: Es wird dann schmerzerhaft wenn sie nicht weiterkommen!

00:15:45: Das ist sehr, sehr schlimm.

00:15:47: aber Ich muss sagen, ich habe Gott sei Dank Kollegen mit denen ich drüber reden kann und das ist ein wechselseitiger Austausch der sehr bereichernd ist und da kommt man dann oft mal mithilfe eines anderen über solche Klippen.

00:16:04: Und dann geht es wieder weiter, wenn wir hier in ihrem Raum ich nehme uns noch mal optisch mit in ihr Arbeitszimmer Skin zwei Schreibtische einmal Mit Blick ins Grün nach draußen Einmal das sieht aus an die Wand Da wird akribisch gearbeitet und drüben wird der gedankenfreien Lauf gelassen.

00:16:22: ist es wirklich

00:16:22: so ungefähr?

00:16:23: ja Ja

00:16:25: Wie arbeiten Sie?

00:16:26: Ich sehe ein Laptop und ich sehe auch ein Notizbuch.

00:16:28: Fangen sie direkt an einzutippen oder ist das schon ein Spiel aus verschiedenen Elementen?

00:16:34: Ne, bei mir ist es tatsächlich so.

00:16:35: ohne Laptopp bin ich aufgeschmissen.

00:16:38: Ich mache schriftliche Notizen, nur wenn ich irgendwo anders bin und mir fällt was ein oder in der Nacht, wenn ich aufwache.

00:16:47: Aber sonst brauche ich den Laptop, ich schreibe und muss löschen können und wieder neu schreiben und Sätze verschieben.

00:16:56: Und da ist dieses Instrument natürlich sehr geeignet.

00:17:01: Fangen Sie vorne an!

00:17:02: Fängt man ein Buch vorn an?

00:17:04: Ich, als ich noch Printjournalismus gemacht habe.

00:17:05: Ich hab mich ewig immer ... Dieser erste Satz war wirklich die reine Katastrophe!

00:17:11: Geht ihn das auch so?

00:17:13: Nee der erste Satze kommt meistens recht schnell Was ich nicht kann was andere Kollegen machen dass die Szenen schreiben können wenn sie irgendwo hängen Die dann sehr viel später im Handlungsgefüge vorkommen?

00:17:29: Es kann ich nicht.

00:17:30: Ich muss wirklich erst das eine abarbeiten und dann das nächste zu

00:17:35: machen.".

00:17:36: Und sonst schreiben Sie zwischendurch ein Krimi, denn dann ist der auch noch produziert!

00:17:42: Wir könnten jetzt natürlich noch tiefer in Deine fremde Haut eintauchen aber ganz bewusst wollen sie das nicht.

00:17:47: warum?

00:17:49: Komischerweise, wie beim Krimi auch hier Restriktionen sind.

00:17:54: Es handelt sich nämlich um ein Geheimnis in einer Familie was im Laufe des Erzählens aufgedeckt werden soll.

00:18:03: und wenn ich da jetzt einsteige dann komme ich in Erklärungsnot.

00:18:07: erstmal Glückwunsch zum neuen Romanis.

00:18:09: klingt nach einer großen Bedeutung für Sie.

00:18:12: Ich mache nochmal den Perspektivwechsel mit Ihnen selbst.

00:18:15: Also wenn die Literaturwissenschaftlerin wieder durchkommt, was würden Sie über die Autoren Weiß sagen?

00:18:21: Das ist jetzt eine ganz schwierige Frage.

00:18:25: Ich muss sagen bei Deine fremde Haut bin ich zufrieden.

00:18:31: Bei anderen Sachen setze ich also schon einen Kritikstift an.

00:18:37: Bei meinem zweiten Buch zum Beispiel ... Das wäre besser in der Form nicht geschrieben worden.

00:18:44: Da sehe ich also ganz deutliche Mängel.

00:18:48: Gedichte sind wieder was völlig anderes, da geht man ja wirklich anders dran und die Kurzgeschichten sind schon ein bisschen

00:18:57: Federübungen.".

00:18:59: Sie haben mal gesagt dass sie immer wieder dazulernen mit jedem Buch einen Stück weiter reifen.

00:19:05: Was würden Sie sagen ist die größte Erkenntnis jetzt in den vergangenen twenty-fünf Jahren?

00:19:10: Oh, das ist eine zu schwierige Frage.

00:19:12: Die kann ich nicht beantworten.

00:19:15: Was möchten Sie denn noch lernen?

00:19:19: Ja also was ich noch lernen möchte ... Nee andersherum!

00:19:24: Ich möchte dass die Fantasie nicht versiegt.

00:19:28: Das ist der dringendste Wunsch.

00:19:30: Ich kenne die Zeiten der Schreibblockaden und diese Zeiten sind furchtbar.

00:19:36: Von daher wünsche ich mir, dass immer wieder was kommt, was genügend Anreiz bietet um geschrieben zu werden.

00:19:43: Ach wie schön!

00:19:43: Können Sie noch einen Tipp geben?

00:19:45: Sie haben ja nur wirklich viel Schreiberfahrung.

00:19:47: wenn diese Olle Schreibblockade kommt die glaube ich jeder und jede die am schreiben sind kennt Was machen sie persönlich, wenn sie sie ereilt?

00:19:56: Ich weine vor mich.

00:19:59: Ne warten Sie mal

00:20:08: Es ist irgendwas versteckt im Bücherregal.

00:20:10: Da hat mir ein Freund was geschenkt,

00:20:16: The Writers

00:20:17: Blog.

00:20:19: Und da sind kleine Bilder und kleine Aforismen oder Bemerkungen drin oder Ratschläge die man sich dann zu Herzen nehmen sollte um wieder in den Schreibprozess reinzukommen.

00:20:33: Sagen Sie mal einen Beispiel?

00:20:43: Waiting, waiting.

00:20:46: Abwarten

00:20:46: sehr schön!

00:20:47: Da muss man dann wieder weinen oder?

00:20:49: Ja.

00:20:50: So von wegen irgendwann kommt die Kreativität, die Musse wieder zurück.

00:20:54: Also zu lange darf die Blockade wirklich nicht dauern, dann werde ich totunglücklich.

00:21:01: War die Reihenfolge in ihrem Leben, wie sie sich mit Literatur beschäftigt haben?

00:21:05: Also erst der wissenschaftliche Part und dann der Kreative im Rückblick.

00:21:09: War das die richtige Entscheidung es genau so rumzumachen für Sie?

00:21:13: Ich glaube damals konnte ich gar nicht anders.

00:21:17: Da war einfach die Fantasie noch nicht ausreichend!

00:21:20: Ich habe zwar von Kindesbeinen an wahnsinnig viel gelesen aber meine eigene Fantasiede war damals noch

00:21:32: Und die wurde geweckt durch Lebenserfahren oder durch Lesen?

00:21:36: Also sie wurde wirklich geweckt, durch diesen Workshop.

00:21:41: Das muss ich zugeben.

00:21:42: Der Workshop war wirklich unfasslich wichtig für mich.

00:21:48: Ach wunderschön!

00:21:49: Was wünschen Sie sich noch?

00:21:51: Deine fremde Haut wird ja nicht das letzte Buch sein.

00:21:54: Was wünschten Sie sich für Ihr eigenes Schaffen noch?

00:21:58: Wirklich, dass ich noch Stoffe finde die es wert sind erzählt zu werden.

00:22:04: Das ist mir eine Herzensangelegenheit.

00:22:08: Das lässt ganz viel offen oder?

00:22:10: Frau Weiß, herzlichen Dank für Ihre Zeit.

00:22:12: Es war sehr spannend in Ihr schreibendes Leben einblick zu hätten und dieser Writers-Block ist ja ganz großartig und es ist ein sehr großer Block für alle die Ihnen nicht kennen.

00:22:20: Kann man sich glaube ich mal anschauen?

00:22:21: Ich glaube Tipps sind da bestimmt wie wir sind da drin.

00:22:23: drei, vierhundert Tipps?

00:22:24: Ja!

00:22:26: Wie kann man gebrauchen?

00:22:27: Die kann man wirklich gebrauchten.

00:22:29: Dann danke ich Ihnen für ihre Zeit und wünsche Ihnen eine tolle Buchprämiere und gutes Schaffen.

00:22:34: Ich danke Ihnen für Ihren Besuch.

00:22:36: Es hat mir Spaß gemacht mit ihnen zu

00:22:38: reden.

00:22:39: Wer auch Herzlichen Dank.